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Träu|me
╔══════ ♦ ══════╗
Der Traum
ist der königliche Weg
zu unserer Seele.
╚══════ ♦ ══════╝
Aus|Papier
Aus.gehend
Aus.gesandt
Aus.getragen
Aus.wärts
Ins h.Aus
♥ ♦ ♣ ♠
Aus|züge
Aus.zug | Amore
Aus.zug | Aufbruch
Aus.zug | Dream to dream
Aus.zug | Essays
Aus.zug | Kulinarisches
Aus.zug | Memoiren
Aus.zug | Madame
Aus.zug | Monotonie
Aus.zug | Tohuwabohu
Aus.zug | Weekendia
♥ ♦ ♣ ♠
Aus|geschnitten
Aus Liebe
Aus.dauer
Aus.erwählt
Aus.gelesen
Puppenh.Aus
Aus|geliehen
Host
Design
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2902 | Eintrag 093.
Laufen die Zweite Nachdem ich gestern schon so impulsiv meine Vorfreude auf den nächsten Morgen – diesen Morgen – verkündet habe, hier noch ein kleines Add-on diesbezüglich. Auch heute machten Träumer und ich kurz nach 5 die Gehwege unsicher und pirschten uns an den Straßenlaternen entlang, weil unsere übliche Route um den See in Dunkelheit einfach zu gefährlich wäre. Schade, denn die Natur wäre mir definitiv lieber als rauen Asphalt, Baustellen, künstliches Licht und Autolärm. Zum Glück kommt der Sommer mit immer größeren Schritten und dann wird auch der Naturpfad wieder in Betracht gezogen werden – ist ja dann wieder hell genug.
Heute ist der 29. Februar. Wahnsinn wie schnell die Zeit davon rennt. Ich komme gar nicht mehr hinterher! Morgen schon haben wir März. März! Schon der dritte Monat dieses Jahres. März klingt sehr viel besser als Februar, wärmer, freundlicher; ich verbinde damit nachlassende Kälte, Sonnenschein, zwitschernde Vögel und langsam erwachende Natur. Ich denke allerdings auch an meinen Vater, der am 23. Geburtstag feiert, wenn auch nur bedingt daran mit was ich ihm eine Freude machen kann. Geburtstage sind mir immer schon ein Graus gewesen. Nur wenig kann ich ihnen abgewinnen und war immer etwas beschämt wenn ich Geschenke entgegen genommen (oder überreicht) habe. So recht kann ich mir das nicht erklären. Vielleicht hat es etwas mit Erwartungen und Verpflichtungen zu tun. Wirklich tiefgründig habe ich darüber noch nicht nachgedacht muss ich gestehen.
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2802 | Eintrag 092.
Horst Nach einem ziemlich ernüchternden Start in die Woche am gestrigen Abend - allerdings nur im Rückblick wohlgemerkt - bin ich heute guter Dinge. Wie Träumer heute Morgen schon sagte: "Heute wird ein guter Tag, ich spüre das!" … und ich lasse mich gerne davon anstecken.
Nach sechs erholsamen Stunden Schlaf, wachte ich noch vor dem Weckerklingeln von meiner wunderbaren Weckerlampe (*) auf und hüpfte pünktlich um 4:45 aus dem Bett. Bitte was? So früh? Ohja! Träumer und ich wollen jetzt immer morgens joggen gehen bevor wir in den neuen Tag starten. Zudem wollen wir beide danach duschen, er meditieren, ich Frühstück und Lunchboxen richten und pünktlich los zur Arbeit fahren. Das Feldexperiment funktionierte zu ungefähr 65%, weil wir mit 30 Minuten Verspätung losfuhren, denn alles andere war perfekt. Die Fehleranalyse zeigte, dass das Zeitproblem nicht aus mangelnder Zeitreserve entstand, sondern sinn- und zweckmäßiger Nutzung. Morgen wird es also perfekt laufen! Und, ja, mir hat das Laufen sehr gut gefallen! Und das Duschen! Und das Lesen in meinem momentanen Lieblingsbuch, das mir hinterlistig den Zeitpuffer wegschnabulierte. Morgen wieder und ich freu mich jetzt schon! Es ist ein tolles Gefühl sich jetzt schon auf den nächsten Tag zu freuen. Was jetzt bestimmt nicht jeder nachvollziehen kann, ist meine Freude darüber, dass ich genug Zeit hatte den Küchenboden, den Thron für kurze und etwas längere Angelegenheiten und die Herdplatte zu wischen. Heute ist ein guter Tag!
* ... und weil ich den Dingen gerne Namen gebe, gebe ich mich wiederum mit Freuden wieder dem Neologismus hin. Nachdem ich die gewaltige Ikea-Deckenlampe im Schlafzimmer Papierblumenexplosion, das im Sommer frühmorgendlich um 7 Uhr ins Schlafzimmer scheinende Sonnenlicht Solarwecker und mein Weihnachtsgeschenk von vor zwei Jahren im Wohnzimmer (zugegebenermaßen) unkreativ Lampi nannte, muss auch für dieses Wunderwerk der Technik in Weckerlampenform ein Kosename her. Ich tendierte ja zuerst zu Rauschesonne; aber das wäre nicht ganz richtig, immerhin rauscht es nur momentan zur Weckzeit - es gibt auch Kaminknistern und Grillenzirpen, und, und, und ... Weckerli und Lampi junior fand ich auch zu einfach. Also nenne ich sie jetzt Horst! Wie funktioniert Horst? Er schaltet binnen einer halben Stunde das Licht an, erhellt Nuance um Nuance die Helligkeit und erst dann beginnt er - pünktlich zur gewählten Weckzeit - mit dem gewählten Naturtonkonzert (oder dem schnöden Radio). Momentan simuliert Horst Möwenjammern und Meeresrauschen. Sehr angenehm. Nie war ich so wach. Ich würde so etwas jedem empfehlen, der seine Problemchen mit dem Aufstehen hat.
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2402 | Eintrag 091.
Die Finger aufbiegen - fliegen lassen Untergründig kämpfe ich weiter; fühl mich so als würde ich hüfthoch im Meer stehen und mich mit einer Machete gegen die Wellen stemmen. Die Klinge kann das Wasser nicht teilen; aber rückwärts gehen kommt für mich nicht in Frage. Aufgeben erst recht nicht. Das passt nicht zu mir. Aber die Machete teilt Buschwerk und nicht Wasser.
Ich habe ein großes Problem. Warum kann das Wasser nicht Blätter, Schilf und Zweige sein? Die nächste Frage wäre ob Gewalt überhaupt das richtige Mittel wäre.
Viel richtiger wäre es doch ein Boot zu bauen und sichere Ufer zu suchen; Ufer, an denen ich nicht befürchten muss gegen Riffe geschleudert zu werden und zu zerschellen. Theoretisch weiß ich was zu tun ist; aber es fällt mir schwer. Vielleicht weil das Meer früher einmal anders gewesen war; weil die Wellen zart gegen meine Knöchel gebrandet waren, mich nicht weggestoßen sondern mich wie mit einer süßen Melodie zu sich gelockt haben.
Die Erinnerung wiegt stärker als das Jetzt. Die Musik liegt immer noch in meinen Ohren. Sie entblättert mich bis zur Blöße; macht mich unglaublich verletzlich. - Es ist kompliziert. Jetzt erst recht. Wenn ich mein Herz öffnen würde, könnte die Melodie wie ein Schmetterling davon fliegen; wir wären beide frei. Ich brauche ein Boot, eine Seekarte und eine Spieluhr. (Und ich sollte wieder öfter kreative Texte schreiben)
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1302 | Eintrag 090.
Miese Träume & Jumper Montagmorgen und ich bin erschöpft - und das gerademal zweieinhalb Stunden nachdem ich aufgestanden bin. Meine liebste Variante heute wäre ein freier Tag und eine Mütze erholsamen Schlaf gewesen; aber darauf kann ich nicht zurückgreifen. Nicht nachdem ich mir letzten Donnerstag schon spontan Erholung gegönnt (und diese zweifelsfrei auch genossen) habe und dafür eine zarte Rüge einstecken musste, weil spontan einfach zu spontan ist - das war es mir übrigens absolut wert und ich bereue nichts. Es gab kaum einen Tag in der letzten Zeit, in der ich mich entspannter gefühlt habe.
Heute Nacht allerdings träumte ich von einer schlaflosen Nacht in der ich alles Mögliche machte, nur nicht das was ich sollte: Schlafen. An das Traumgeschehen selbst kann ich mich nur sehr schwach erinnern; aber die gefühlte Schlaflosigkeit und die damit verbundene Müdigkeit klebt an mir wie Teer und will mich einfach nicht loslassen, obwohl ich durchaus genug Traumzeit hatte. Zumindest nicht weniger als sonst. So wie ich mich kenne, werde ich nun den gesamten Tag auf Halbmast hängen und hoffen, dass man mich möglichst schnell erlösen möge.
Mein Lichtblick des Tages ist das Treffen mit Jumper. Jumper ist ein ehemaliger Arbeitskollege von mir und jemand, mit dem ich auch privat schon sehr viel Zeit verbracht habe. Wir sind gemeinsam Schwimmen gegangen, Tee haben wir zusammen getrunken, folgten einem spontanen Gedanken und gingen in die späteste Spätvorstellung im Kino, saßen dort, wo sonst nur Verliebte sitzen und betrachteten die glitzernden Sterne. Ich erinnere mich an viele selige Augenblicke und ich hüte sie wie einen Schatz. Das Problem in unserer Freundschaft bin definitiv ich selbst. Immer wenn ich glaube mich an eine Situation in meiner Jugendzeit zu erinnern, flüchte ich in kopfloser Panik. Es ist leicht mich zu verzaubern und meine Zuneigung zu gewinnen; aber schwierig mein Vertrauen zu erhaschen - geschweige denn zu halten. Und das, obwohl Jumper das nicht verdient, weil er nicht einmal Ansätze von Verrat zeigte. Manchmal ist es ganz leicht und manchmal ganz schwer mit mir; aber letztendlich habe ich bemerkt, dass er mir fehlt. Schmerzlich wurde mir bewusst, dass ich sowohl seine Hochzeit als auch die Geburt seines Sprösslings versäumte und erinnere mich, dass es bei Sirene nahezu genauso gewesen ist. Nur aufgrund von eigenmächtigen Nachforschungen hatte ich herausfinden können, dass sie Mama geworden ist und jetzt ein kleines, süßes Mädchen von über zwei Jahren hat. Höchste Zeit mich wieder in das aktuelle Geschehen einzuklinken!
Ich stelle also fest, dass es mir schwer fällt Freundschaften so zu pflegen wie sie es verdienen, denn ich habe wunderbare Menschen um mich herum. Menschen, ganz besonders wie Sirene und Riza, Fuchs, Luzia, selbstverständlich auch Träumer - und vielleicht ist es mir vergönnt auch Jumper in diesem engeren Kreise begrüßen zu dürfen. Wieder - oder endlich. Das weiß ich noch nicht. Mit dem Meckerdrachen pflege ich auch wieder etwas engeren Kontakt, durfte per Webcam sein Wohnraum begutachten und freue mich immer mich mit ihm austauschen zu können, verharre allerdings noch etwas in der Warteposition ... auch wenn ich nicht weiß auf was ich genau warte.
Ich bin alles andere als allein - kleines Dummköpfchen. Träumerin
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0702 | Eintrag 089.
Er hilft jedem, auch den Harten - Zwiebelpanzer!
Nachdem ich mir nun zwei Tage lang das Luxusgesäß im Geschäft abgefroren habe und gestern schon eine Stunde früher den Hut vor der Kälte zog, fasste ich einen erlesenen Entschluss: Schluss mit frieren!
Heute Morgen warf ich mich schwungvoll in die babyblaue Skiunterwäsche, schnappte mit meinen taubenblauen Rollkragenpullover, meine schwarzen Jeans, stopfte zwei Paar Socken übereinander, stülpte mir Pennerhandschuhe über und wickelte meinen Hals in meinen Lieblingsschal. Strickjacke und mit Schafsfell gefütterten Stiefeln ... Kälte - du kannst mir mal ganz gepflegt egal sein!
Heute meinte ich schon ziemlich großspurig: "Kollege, sag mir mal was dein Platzthermometer sagt" - "18°C" - Ich streiche mir über die gepa...- gepolsterten Oberarme "Hach, ... gefühlte 30°C" Ergo - die Träumerin ist zufrieden. Vorhin spielte ich noch kurzzeitig mit dem Gedanken mich einer Zwiebelschicht zu entledigen; aber dieses Gefühl der molligen Wärme will ich nicht aufgeben. Nur die gefühlten 40°C vor dem Schwedenofen meiner Mutter würden das jetzt noch toppen können.
Eine zufriedene Träumerin
auch wenn es nur langsam wird, - es wird. Ich vertraue darauf.
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0302 | Eintrag 088.
Ich bemerke es immer wieder - Ich hasse Veränderungen. Und ich bin genauso erstaunt wieviel ich dafür geben würde, um sie aufzuhalten.
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3101 | Eintrag 087.
Verdreht! Heute, ...heute wäre so ein richtig toller Tag, um sich ausschweifend in ein "bisschen" Mimimi zu verlieren und wenn man schon den Kopf in den Sand gesteckt hat, dann kann man auch ein bisschen Trübsal blasen. Jammern über die Kälte. Wehklagen, dass heute erst Dienstag ist. Schmollen wegen der unbestreitbaren Trägheit, die einem wie ein treues Klammeräffchen schon seit dem Aufstehen am Bein hängt. Lamentieren über den langen Tag. Seufzen über den ätzenden und unnötigen Notartermin. Ächzen, schniefen, schimpfen, zetern - brummen , fluchen, murren, wettern! Ich könnte mich so richtig reinsteigen; aber mal ehrlich? Was habe ich davon außer gefühlt zwanzig Fältchen mehr? Es lohnt sich nicht. Niemandem ist geholfen, wenn ich diesen Tag, jetzt um 10 Uhr wenn er noch jung ist, verdamme. Ich dreh den spieß um! Die Lustlosigkeit wird mit der Aussicht aufeinen früheren Feierabend besänftigt und mit der Vorfreude auf das Treffen mit Riza die düsteren Wolken über dem Notartermin weggeblasen. Die klirrende Kälte wird mit Schneeflöckchen überpudert und mit leckerem Waldfruchttee abgelöscht - und das gute Buch, das ich mir gestern gekauft habe und jetzt in meiner Tasche nistet, lockt mich beständig in Richtung Mittagspause ... der Tag dauert doch gar nicht so lang! Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Und jetzt geht’s hochmotiviert und zufrieden weiter! Tschaka!
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2501 | Eintrag 086.
Vereint Nachdem mich Träumer zwecks einer Jahresauftakttagung für einen ganzen Tag und etwas mehr verlassen musste, war ich gestern Abend umso glücklicher als ich ihn wieder in die Arme zu schließen – und umgekehrt. Ich beobachte immer wieder mit nahezu diebischer Freude wie sehr wir die Nähe des jeweils anderen brauchen und wie sehr wir uns doch vermissen. Die einsame Nacht ohne ihn war überraschend angenehmer als ich zuvor dachte. Vielleicht lag es an der unerschütterlichen Feste meines Glaubens, dass er mich noch anrufen würde (was er dann gegen halb drei in der Früh auch wirklich noch tat). Es ist schön, es ist so schön, dass ich ihn an meiner Seite weiß und erinnere mich so oft ich nur kann daran, dass dies ein Geschenk ist und ich dafür tiefe Dankbarkeit verspüren sollte – genau in den Augenblicken, wenn ich einmal nicht so zufrieden mit ihm bin oder er etwas nicht getan hat. Ich werde ruhiger, entspannter, gehe mit weniger Erwartungen in den Tag und beginne so langsam zu verstehen, dass es nicht fatal ist, wenn Träumer sich Stück für Stück vom Träumer von vor fünf Jahren entfernt. Es ist gut, es ist Veränderung. Veränderung heißt Leben. Verharren heißt Tod (auch wenn das ein bisschen zu harsch klingen mag. Ich finds hübsch.)
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1701 | Eintrag 085.
Geschäftige Betriebsamkeit Je tiefer ich in die Probleme von Träumer eintauche und ihm auf den Weg helfe, desto besser fühle ich mich. Ich helfe gerne, sehr gerne, besonders den Menschen, die ich aus tiefstem Herzen liebe. Die leisen Stimmchen in meinem Hinterkopf rücken in kosmische Sphären, sind ganz weit weg und ich spüre wie gut es mir tut, wenn sich etwas Neues in Bewegung setzt und das obwohl das seine Baustelle ist, nicht meine.
Oder vielleicht doch? Was ist, wenn das, was mich so rast- und ruhelos macht und ich nicht erklären konnte in Wirklichkeit nur das ist, was man gemeinhin Mitfühlen nennt? Mit jemandem fühlen und sich seiner Baustellen annehmen als wären es die eigenen. Wir ziehen an einem Strang. Es fühlt sich herrlich an.
Gestern blieb kaum mehr genug Zeit, um die im Internet bestellten Klamotten anzuprobieren, etwas zu relaxen und schon war der Abend vorüber. Kein Wunder wenn Träumer erst um 20.30 nach Hause kommt. Da soll sich nochmal einer über die Arbeitszeiten von Außendienstlern lächeln, dem werd ichs zeigen, denn wer leidet am meisten darunter? Richtig, die Hausfrauen, die schon wieder alleine essen müssen, weil die bessere Hälfte noch arbeiten muss und gar nicht wissen wie der Abend weiter verlaufen wird. Diese Unbeständigkeit macht mich ganz flirrig. Nie weiß ich wann er jetzt definitiv heim kommt, weil jeder Kunde anders ist und jede Beratung verschieden lang dauert. Aber er wollte es so und das ist Grund allein für mich stolz auf ihn zu sein. ich steh hinter Träumer und wenn es noch drei Mal so viel gemeinsame Freizeit kostet. Heute hat er sich einiges vorgenommen und ich bin gespannt in wie weit er das durchzieht, denn er ist dabei alleine. Er weiß wie wichtig es ist, dass er sich heute auf den Hosenboden setzt; aber reicht das aus? Ich glaube fest an ihn und seine frisch gefasste Bestrebsamkeit.
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1601 | Eintrag 084.
Was aus Ehrlichkeit erblüht Freitagabend. Ich sitze in der Badewanne. Träumer sitzt mürrisch und unzufrieden daneben, nörgelt, dass er keine Lust hat neben mir zu sitzen während ich bade. Kann ich nachvollziehen, versuche ihm aber dennoch nahzubringen, dass genau jene Augenblicke für mich kostbar sind, in denen wir einfach nur uns beide haben. Nicht Träumer & Träumerin und TV, oder Träumer & Träumerin und Kino. Einfach nur Zeit haben für tiefgreifende Gespräche. Er fühlt sich gezwungen. Schreckliches Wort. Ich fühle mich etwas unwohl im Badewasser. Und plötzlich erzähle ich ihm genau das, was er hören muss. Dass er in seiner kleinen, wunderbaren Welt lebt und die Welt um sich herum mit all ihren unerwünschten Bedingungen und Aufforderungen ausblendet. Strafzettel und Einkäufe, Überweisungen und Ausbildungsbezogenes – all das bleibt liegen. Ich erzähle und erzähle. Träumers Widerstand erlahmt und er hört mir nur noch zu. Schweigt, beinahe andächtig. Und als ich fertig bin, all meine Worte aufgebraucht habe, entschuldige ich mich dafür; aber ich habe etwas in ihm ins Rollen gebracht. Er sagt mir immer wieder, dass mir das nicht leidtun soll, dass er mir sogar dankbar dafür ist. Ich bin irgendwie ergriffen. Im Bett geschieht das Unfassbare. Er schaltet das Licht ein und sagt, dass er sofort Stift und Papier bräuchte. Während der nächsten fünfzehn Minuten sitze ich erstaunt neben ihm, eingehüllt in die kuschelweiche Loungedecke und blinzle ihm über die Schulter während er sorgfältig Punkt für Punkt notiert was er erledigen muss. Ich bin stolz auf ihn.
Am nächsten Tag geht es los. Wir frühstücken gemütlich im Karstadt und dann ziehen wir los. Er bestellt sich ein Buch, kauft sich zwei Brocken Rosenquarz, Totes Meer Badesalz, zwei Blöcke mit kariertem Papier und einen Kalender für 2012 - streicht fünf Punkte auf seiner Liste durch und fühlt sich großartig. Am Abend spielen wir zusammen Minecraft und haben unglaublich viel Freude daran gemeinsam Blöcke zu zerhauen, ein Domizil aufzubauen und die Welt zu erforschen. Wir essen gemeinsam warmes Ciabatta-Brot, Lauchcremesuppe und einen gemischten Salat während wir uns eine DVD ansehen. Alles ist toll. . Er ist anhänglich, zuvorkommend; liebevoll wie schon lange nicht mehr; ich genieße es sehr. Sonntag nimmt er tapfer einen weiteren Punkt in die Hand und bügelt einen kompletten Korb Wäsche weg während ich gemütlich auf der Couch lümmle und meine Augen mit dem laufenden TV-Programm peinige. Ungewöhnlich, dass er etwas tut, während ich ‚chille‘. Heute steht er, das Murmeltier himself, mit mir auf und wir haben so viel Zeit, dass wir zusammen Frühstücken können. Wahnsinn. Ist das wirklich mein Träumer?
Ehrlichkeit ist schön.
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Träu|me
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